Ein Stoffsofa richtig zu reinigen, entscheidet darüber, wie lange der Bezug schön bleibt. Anders als bei Leder liegt der grösste Hebel dabei nicht im Pflegemittel, sondern im richtigen Verhalten: schnell reagieren, regelmässig absaugen und die falschen Mittel meiden.
Die Stoffe der Walter Knoll Kollektion werden nach strengen Vorgaben ausgewählt und geprüft. In diesem Ratgeber zeigen wir, welche Stoffarten es gibt, wie Sie Polstermöbel reinigen und was bei Flecken in den ersten Minuten zählt.
Welcher Stoff ist auf meinem Möbel?
Die Pflege richtet sich nach der Materialzusammensetzung Ihres Bezugs. Diese Stoffarten kommen bei Polstermöbeln am häufigsten vor:
Flachgewebe
Stoffgewebe ohne Flor mit zweidimensionaler Oberfläche – glatt oder stark strukturiert. Gewebt wird in den Grundbindungen Leinwand, Köper und Atlas oder deren Ableitungen. Das robuste Alltagsmaterial unter den Polsterstoffen.
Velours
Ein Gewebe mit einem dritten Fadensystem, dem Pol. Die eingearbeiteten Schlingen werden aufgeschnitten, was die sehr weiche Oberfläche ergibt. Wichtig zu wissen: Der sichtbare Strich ist keine Unregelmässigkeit, sondern eine materialtypische Besonderheit. Beim Absaugen immer in Strichrichtung arbeiten.
Wollfilz
Ein Vliesstoff aus Wolle oder anderen textilen Fasern. Durch mechanische Bearbeitung wird die Wolle zu einem festen Stoff gewalkt, die einzelnen Fasern sind ungeordnet miteinander verschlungen.
Leinen
Ein Flachgewebe, häufig mit Baumwolle zu Halbleinen verarbeitet. Wegen seiner besonderen Optik wird Leinen vor allem im hochwertigen Bereich eingesetzt.
PES-Stretch
Feinmaschige Strickware mit Elasthan-Beimischung, in jede Richtung flexibel und rücksprungkräftig. Besonders geeignet für organische, geschwungene Formen.
Jacquardgewebe
Sammelbegriff für grossrapportige, komplex gemusterte Stoffe. Durch das Anheben einzelner Kettfäden entstehen die vielfältigen Muster.
Was bei Flecken sofort zu tun ist
Bei Stoffbezügen zählen die ersten Minuten noch mehr als bei Leder:
- Flüssigkeiten sofort abtupfen – tupfen, nicht reiben. Reiben treibt die Flüssigkeit tiefer in das Gewebe.
- Krümel und Sand absaugen, mit der stumpfen Düse des Staubsaugers. Wichtig: auf die niedrigste Wattzahl stellen, sonst leidet das Gewebe.
- Bei echten Flecken empfiehlt Walter Knoll ausdrücklich die fachkundige chemische Reinigung – der Versuch, selbst zu retten, macht es oft schlimmer.
Diese Mittel gehören nicht an Ihren Polsterstoff
Walter Knoll ist hier eindeutig: Verwenden Sie nie herkömmliche Fleckenentferner, Lösungsmittel oder andere ungeeignete Reinigungsmittel. Was auf Kleidung funktioniert, kann bei einem Möbelbezug Ränder, Farbveränderungen oder Faserschäden hinterlassen – und diese Schäden sind in der Regel nicht mehr rückgängig zu machen.
Wie oft sollte man Polstermöbel reinigen?
Regelmässig, und dabei auf die Materialzusammensetzung des Bezugs achten. Häufiger empfiehlt sich die Reinigung bei hellen Stoffen, im Objekt- und Office-Bereich sowie aus hygienischen Gründen in Haushalten mit Tieren.
Für die professionelle Pflege gibt es von Walter Knoll ein eigenes Textil-Pflegeset. Schreiben Sie uns, wenn Sie es benötigen – wir sagen Ihnen, ob es zu Ihrem Bezug passt.
Naturmaterialien: Was kein Mangel ist
Die Walter Knoll Kollektion »Natural Elegance« enthält Naturmaterialien, die bewusst in ihrer Ursprünglichkeit belassen wurden. Garnverdickungen, Unregelmässigkeiten, Noppen und Farbabweichungen sind Bestandteil dieser Textilien und stehen für die Charakteristik nachwachsender Rohstoffe. Sie sind kein Reklamationsgrund, sondern das Merkmal, das diese Stoffe ausmacht.
Sie haben Leder statt Stoff?
Für Ledermöbel gelten andere Regeln – vor allem beim Pflegemittel. Welches Produkt zu welcher Lederart passt, lesen Sie hier: Lederpflege für Sofa und Ledermöbel.
Die Angaben zu Stoffarten, Reinigung und Pflegeintervall stammen aus der Pflegeanleitung „Seating" von Walter Knoll.